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Nächste Termine

Pfingsthajk
Mi, 23. Mai - So, 27. Mai
Konstanzer Flohmarkt
Sa, 09. Jun - So, 10. Jun

Gruppenstunden

Meute:
Fr 16:00-17:30 Uhr

Eisbären:
Fr 17:00-18:30 Uhr

Hermeline:
Fr 16:30-18:00 Uhr

Elche:
Fr 16:30-18:00 Uhr

im Gemeindehaus,
Schulstr. 13

Unter dem Motto "Hoffst Du noch oder betest Du schon" fand dieses Jahr unser Pfadigottesdienst statt. Wir tauschten wieder die normale Kulisse der Lutherkirche gegen die Konzertmuschel im Stadtgarten ein. Und gegen Ende schaffte es sogar auch die Sonne noch, am Gottesdienst teilzunehmen.

Während des Gottesdienstes wurden auch zwei Kinder mit Wasser direkt aus dem Bodensee getauft.

Unseren eigenen Frieden zu finden, ist der Anfang. Mit uns selbst leben zu können, hinter unseren Entscheidungen zu stehen. Einfach auch einmal zufrieden sein zu können. Mit uns selbst und mit Anderen.

Wenn wir unseren inneren Frieden gefunden haben, können wir auch Frieden nach außen tragen, ihn in der Welt verbreiten.

Wir können unseren eigenen Weg zum Frieden gehen und dabei auch anderen Menschen helfen, ihren Weg zu finden.

Wenn wir uns dafür entscheiden, unseren Mitmenschen mit Wertschätzung und Offenheit zu begegnen, hilfsbereit zu sein und auch unsere vorgefassten Meinungen immer wieder zu überdenken, dann sind wir auf einem guten Weg.

Zusammen mit den Menschen um uns herum können wir uns auf den Weg zum Frieden machen.

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben wir die Möglichkeit, weltweite Freundschaften zu knüpfen.

Wenn jeder bei sich selbst anfängt, sich - wenn auch nur im Kleinen - für den Frieden einzusetzen, kann er sich verbreiten. Das ist unsere Chance. Wir müssen nicht warten, bis uns jemand den Frieden schenkt. Wir können selbst anfangen, etwas dafür zu tun. Und genau dafür steht das Friedenslicht.

Text von Julia Reimann

 

Jedes Jahr wird das Friedenslicht von einem Kind an der Flamme in der Geburtsgrotte Jesu Christi in Betlehem entzündet und anschließend von verschiedenen Pfadfinderverbänden über die ganze Welt verteilt.

"Unser" Friedenslicht wurde am dritten Advent in Stuttgart abgeholt und in einem Aussendungsgottesdienst in der Lutherkirche weiter verteilt. So konnte es sich auch von hier aus, an weitere Orte ausbreiten.

Das VCP-Bundeslager 2017 begann für die Konstanzer Pfadfinder schon am Mittwochabend. Der Bus fuhr vom nächtlichen Döbele ab, um sich auf seine Reise nach Wittenberg zu machen. Am nächsten Morgen begannen die Stämme Jan Hus und Kon Tiki mit dem Aufbau der Küchenzelte, Schlafkohten und Gemeinschaftsjurten. Mit einem halben Tag Vorsprung standen die Zelte der Badener vor denen aller anderen, die erst gegen Abend anreisten.

Der erste Programmpunkt des diesjährigen Bundeslagers mit dem Motto "Weitblick" war die Lagereröffnung. Das vorgezogene Lager, das regulär erst 2018 stattfinden sollte, fand auf Grund des Reformationsjubiliäums schon dieses Jahr statt. Der Lagerplatz war in einzelne Sektoren unterteilt, alle mit ihrem eigenen Motto. Das Teillager "Gamer's Throne" besaß eine Arena, in der um den teillagereigenen Thron gespielt wurde. In der "Lovezone" stand die Liebe, in "Freepolis" die Freiheit im Mittelpunkt. Die Konstanzer Pfadfinder waren im hessischen Teillager "Villa Resistenza" untergebracht. Dieser Sektor stand für den Widerstand gegen die Digitalisierung, man setzte mehr Wert auf analoge Technologie.

Die Sektoren mussten sich jedoch im Angesicht einer großen Gefahr verbünden, die die ganze Welt bedrohte: Ein wahnsinniger Professor zog mit einem Magneten einen Meteoriten an, der die, in seinen Augen selbstsüchtige und egoistische, Menschheit vernichten sollte. Die folgenden Tage verbrachten die Pfadfinder nun damit, aus einer großen Reihe Aktionen Workshops auszusuchen, die sie im lagerinternen Planetarium buchen konnten. Diese Workshops hatten von Volkstanz bis zum Pralinen herstellen alles zu bieten. Nachdem die anfänglichen und nächtlichen Sturmböen abgenommen hatten, begannen die ganz wagemutigen Konstanzer mit einem Hajk. Auf diese zweitägige Wanderung kam auch die palästinensischen Gastgruppe mit und konnte so einen Einblick in die für sie ungewöhnliche Tradition gewinnen. Wie auch die Jungpfadfinder konnten sie die Strecke problemlos meistern und nach einer abenteuerlichen Übernachtung kamen alle wieder wohlbehalten auf dem Lagerplatz an.

Die wohlverdiente Erholungspause danach konnten die müden Wanderer in einem der vielen Cafés verbringen, die den Lagerplatz säumten. Diese Cafés bestanden aus Jurtenburgen, die, jede mit ihrem eigenen Namen und Motto, Getränke und Snacks aus aller Welt verkauften. Gegen Abend begannen dann die Oasen zu eröffnen, welche von den verschiedenen VCP-Ländern organisiert wurden. So bot sich hier den Gruppenleitern die Möglichkeit, den Tag bei einer kühlen Erfrischung und einer Portion der regionalen Spezialität des jeweiligen Bundeslandes ausklingen zu lassen, nachdem die Gruppenkinder im Bett waren.

Am Montag stellte sich dann die Frage "bin ich, sind wir, so mutig wie Luther es war?" Doch um das beantworten zu können, mussten sich die knapp 4.000 Pfadfinder erst einmal darüber klarwerden, wie mutig Luther denn war. Und so machte sich das gesamte Lager auf und erkundete die fußläufig erreichbare Lutherstadt Wittenberg, wo es den Tag über verschiedenste Stationen zu absolvieren galt. Aber es blieb auch Zeit für eine Kugel Eis und eine Tour durch die Einkaufsmeile. Als letzter Punkt stand noch der Besuch des Luther Panoramas auf dem Programm, bevor es dann pünktlich zum Abendessen wieder auf den Lagerplatz zurückging.

Doch mit jedem Tag kam der Meteorit der Erde näher und noch immer war keine Lösung für das Problem gefunden. Die Ingenieure des Lagers versuchten sich an Raketen, die den Meteoriten zertrümmern sollten, doch sie hatten keinen Erfolg. In letzter Minute schafften die Helden der Sektoren es doch noch, den verrückten Wissenschaftler umzustimmen: Sie hatten ein Buch zusammengestellt, das den geballten guten Willen der unzähligen Pfadfinder verdeutlichen sollte. Und siehe da, der Wissenschaftler schaltete die Maschine ab und die Erde war gerettet.

Die Konstanzer bauten ihre Zelte und Hängemattentürme ab und machten sich auf die Heimreise. Nachdem sie ihre neuen Freunde aus Palästina in Stuttgart verabschiedet hatten, wurden noch die Unterkirnacher und Messkircher abgesetzt. Am späten Abend kamen sie dann müde und dreckig wieder am Döbele an, wo sie in die Arme vieler sehnsüchtiger Eltern fielen.

Der VCP pflegt schon seit über 20 Jahren eine Partnerschaft zur Pfadfindergruppe an der deutschen Schule Talitha Kumi in Beit Jala, Palästina. Nachdem ein Teil unseres Stammes schon beim Weltpfadfindertreffen 2015 in Japan in Kontakt mit der Gruppe kam, bot sich diesen Sommer eine neue Möglichkeit, die Partnerschaft zu stärken. Im Rahmen des VCP-Bundeslagers 2017 durften wir die Partnergruppe für das Lager und einen Familienaufenthalt sein.

Nach intensiver Vorbereitung und langem Bangen um die Visa konnten wir die sieben Jugendlichen und ihre zwei Gruppenleiter am Sonntagnachmittag dann endlich am Flughafen in Stuttgart abholen. Nach einer kurzen Begrüßungsfeier im Gemeindehaus gab es dann die Aufteilung auf die Gastfamilien und das, nach über 24 Stunden Reise, ersehnte Bett.

Nach einer Stadtführung durch Konstanz am Montagmorgen entschieden wir uns, dem Wetter zu trotzen und mit den Kanus den Bodensee unsicher zu machen. Nach einer kurzen Einweisung ging es vom Schänzle aus in Richtung Hörnle. Vielleicht nicht sonderlich effektiv, aber dafür mit umso mehr Spaß bei der Sache. Allerdings öffnete der Himmel kurz vor dem Ziel seine Schleusen und wir mussten Zuflucht am Ufer suchen. Ein solches Unwetter gibt es in Palästina nur wenige Male im Jahr, meinten unsere Gäste, aber für ihre zwei Wochen in Deutschland sollte es nicht das letzte gewesen sein. Komplett durchnässt kamen wir wieder am Schänzle an, aber nach einer warmen Stärkung im Gemeindehaus sah die Welt schon wieder besser aus.

Am nächsten Morgen ging es früh los und mit dem Katamaran nach Friedrichshafen ins Museum für Luft- und Raumfahrt. Während der Fahrt über den See war das Staunen groß, dass es bis in die Schweiz nur einige hundert Meter an Wasser waren. Wieder in Konstanz zeigte der Besuch der Kunstgrenze den Unterschied zur Grenze zwischen Palästina und Israel noch einmal sehr viel größer auf. Im Gegensatz zu hohen Mauern mit Stacheldraht und Wachposten war es hier eine einfache Linie auf dem Boden und ein Schild, das erklärte, man würde jetzt eine Landesgrenze überqueren.

Wieder im Gemeindehaus angekommen gab es ein gemeinsames Abendessen mit dem gesamten Stamm und allen Gastfamilien und es wurden die Gastgeschenke überreicht, war es für unsere Gäste doch schon der letzte Abend in Konstanz.
Der Mittwochvormittag stand noch für die Erkundung der Innenstadt zur Verfügung, bevor dann am Abend der gemeinsame Treffpunkt am Döbele zur Abfahrt Richtung Bundeslager in Wittenberg war.

Diese internationale Begegnung wurde maßgeblich durch die Mittel des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.